Die Kletterei am Brüggler am 1. Juni 2003 ist ausgefallen, da der Tourenleiter verhindert war.

19. / 20. Juli Klettertour im Bergell

Am 19. / 20. Juli hingegen konnte eine 6-köpfige SAC Arosa-Gruppe eine tolle Klettertour im Bergell unternehmen. Am Samstag sind die drei Jo-ler Thomas Mettier, Andres und Jörg Widmer und die SAC-ler Jonathan Schatzmann, Eliane und Willi Kuhn ins Bondascatal gefahren und zur Sciorahütte aufgestiegen. Einmal mehr ein Aufstieg in der Nachmittagssonne. Gefroren hat mit Sicherheit keiner.
Am nächsten Tag um 07.00 Uhr sah das Wetter zuerst nicht sonderlich gut aus. Alle Berge im Nebel, 90 % Luftfeuchtigkeit. Trotzdem sind wir dann aufgestiegen zum Einstieg der Torre Innominata West-Kante. Das Wetter hat sich zu einem beinahe wolkenlosen Tag gewendet. Fantastische Kletterei bis zum V. Schwierigkeitsgrad erfreute unsere Herzen. An der Schlüsselstelle hatten die Jo-ler Andres und Jörg anständig zu beissen. Jonathan kletterte erstaunlich stark, meinte aber am Gipfel, dass diese Schwierigkeiten seine persönliche Grenze darstellen würden. Ein anständiger Händedruck besiegelte das Gipfelglück.
Der Abstieg war dann alles andere als ein Genuss. Ein ganz übles Couloir zeigte uns, dass loses Gestein seine Gefahren in sich hat.
Abends um 20.30 Uhr sind dann alle wieder gesund in Langwies und Arosa eingetroffen.

9. / 10. August Rottalgrat Jungfrau 4158 m

Das Wochenende vom 9. / 10. August stellte dann einen weiteren Höhepunkt in diesem Sommer dar. Auf dem Programm stand der Rottalgrat der Jungfrau 4158m im Berner Oberland.
Bei ausgezeichnetem und heissem Wetter stiegen am Samstag 6 Teilnehmer von Stechelberg 862 m zur Rottalhüte 2755 m auf. Jeder hatte mit üblen Durstqualen zu kämpfen. Der erste Teil des Hüttenweges war dermassen der Sonne ausgesetzt, dass jeder um sein Leben fürchtete, da der akute Hitzetod drohend nah war.
Der nächste Tag bot dann eine grossartige klassische Alpen-Hochtour. Um 03.30 Uhr verliess man die Rottalhütte. Der Grat war einfach, meistens Gehgelände. Im Oberen, steileren Teil erleichterten einige Fixseile den Aufstieg. Trotz optimaler Routenwahl musste immer wieder kleineren Steinschlägen ausgewichen werden. Ca. auf 3850 m montierten wir die Steigeisen. Die Eisverhältnisse waren sehr gut, eher hart.
Schon um 08.30 Uhr erreichten Franco Giorgetta, Jolanda Kühne, Thomas Mettier, Mauro Marti, Eliane und Willi Kuhn den Gipfel. Fantastische Rundsicht belohnte unseren strengen aber schnellen Aufstieg. Im Abstieg wechselten sich dann heikle Felspassagen mit heiklen Eispassagen ab.
Zufrieden und etwas müde erreichten alle gegen Mittag das Jungfraujoch. Das teure Bahnbillet beinhaltete nicht nur eine 2- stündige Holper-Zahnradbahnfahrt nach Lauterbrunnen, sondern auch noch einen Sprachkurs in Japanisch. Für diesen Service und um nicht zu Fuss absteigen zu müssen, zahlt man doch ganz gerne CHF 90.00.... oder nicht? Der Helikopter hätte übrigens CHF 140.00 pro Person gekostet. Man wäre allerdings schon nach 15 Minuten in Lauterbrunnen gewesen.

5. bis 7. September Pinut-Steig in Flims

Klettersteige 5. bis 7. September 2003. Prachtvolle Herbsttage luden 5 Teilnehmer/innen unserer Sektion unter der Leitung von Retus Schmid (Bauz) auf besondere Bergtouren ein. Dabei waren Tina und Franco Giorgetta, Sämi Rudin, Thomas Mettier, Mario Caluori.
Am Freitag konnten die steigfreudigen SACler/innen den Pinut-Steig in Flims begehen. Danach reiste man nach Engelberg, wo in der Jugi logiert wurde. Für die nächsten zwei Tage standen dann die Klettersteige über die Fürenhochflue und Jochpass – Graustock auf dem Programm. Klettersteige sind ein Mix zwischen Bergweg und senkrechten Wänden, die durch Leitern und Eisenstifte begehbar gemacht wurden.
Vor allem beim Klettersteig Fürenhochflue war athletisches Steigen gefragt. Ausgesetzte Quergänge und bedrohlich steile Leitern forderten einiges an Selbstbeherrschung von den Teilnehmern. Überwältigende Tiefblicke bewirkten mit Sicherheit mittelheftige Adrenalinschübe.

Sonstiges

Die Oktober-Tour konnte wegen Schlechtwetter und viel Schnee nicht durchgeführt werden. Komisch? ... Vielleicht war dies die einzige Schlechtwetterperiode im Jahr 2003.

Es war ein ganz toller Sommer, ja schon lange ist es her, dass praktisch an allen Tourenwochenenden bestes Wetter herrschte. Ein Jahrhundertsommer mit fantastischen Touren ist zu Ende. Ganz grosser Dank meinen Tourenleitern und –Führern. Die umsichtige Tourenführung trug dazu bei, dass wir von Unfällen verschont wurden.

Dank geht auch an die Sektion, die zur Förderung der SAC-Touren diverse Unkosten grosszügig übernommen hat.

Nicht zuletzt bedanke ich mich auch bei den Teilnehmern für ihre Disziplin und Kameradschaft.

Im Februar 2004
Tourenchef: Willi Kuhn